Einsatz und Takt: ein Euro, fünf Sekunden, eine Stunde
Zwei Zahlen stehen in § 22a, und beide sind klein: ein Euro je Spiel nach Absatz 7 und im Mittel fünf Sekunden je Spiel nach Absatz 6. Zusammen ergeben sie eine Obergrenze, die sich mit einer Division ausrechnen lässt – und eine zweite Erkenntnis, die wichtiger ist: Eine Grenze für das Tempo ist keine Grenze für den Verlust.
Zwei Vorgaben, die zusammengehören
Die beiden Zahlen aus § 22a werden fast immer getrennt zitiert, und getrennt sagen sie wenig. Ein Euro je Spiel klingt nach einer sehr engen Grenze, bis man danach fragt, wie viele Spiele in eine Stunde passen. Fünf Sekunden je Spiel klingt nach einer Lappalie, bis man sie mit dem Euro verbindet.
Absatz 7 begrenzt den Einsatz je Spiel auf einen Euro und erlaubt der zuständigen Behörde ausdrücklich, diesen Betrag zu ändern. Absatz 6 verlangt, dass ein Spiel im Durchschnitt mindestens fünf Sekunden dauert, und legt fest, dass es mit der Bekanntgabe des Ergebnisses endet. Mehr steht dort nicht, und mehr braucht die Rechnung nicht.
Beide Vorgaben wirken auf dieselbe Größe, nämlich auf das Geld, das in einer bestimmten Zeit eingesetzt werden kann. Die eine begrenzt die Höhe, die andere die Häufigkeit. Weil Einsatzvolumen das Produkt aus Höhe und Häufigkeit ist, legt das Paar zusammen eine Obergrenze fest, die keine der beiden Zahlen allein ergibt.
Diese Seite rechnet das durch, nennt die Grenzen der Rechnung und ordnet das Ergebnis in den übrigen Rahmen ein. Welche weiteren Punkte am einzelnen Spiel verändert wurden, steht unter Erlaubte Fassung.
Was «ein Euro je Spiel» genau begrenzt
Der Bezugspunkt ist das einzelne Spiel, also eine Runde von der Erklärung bis zum Ergebnis. Nicht begrenzt sind damit die Stunde, der Abend, die Woche oder das Konto – dafür gibt es andere Instrumente, und sie stehen an anderer Stelle im Vertragswerk.
Daraus folgt eine Feststellung, die manche enttäuscht: Der Euro ist keine Verlustgrenze. Wer dreihundert Runden spielt, hat die Vorgabe dreihundertmal eingehalten und dabei bis zu dreihundert Euro eingesetzt. Die Vorschrift macht aus einem Spiel mit hohem Einsatz ein Spiel mit vielen kleinen Einsätzen; sie macht daraus kein Spiel mit kleinem Risiko.
Nicht erlaubt ist der naheliegende Umweg: mehrere Teileinsätze innerhalb derselben Runde, die zusammen über einem Euro liegen. Das wäre dieselbe Überschreitung in anderer Form, und eine erlaubte Fassung bietet sie nicht an. Ebenso ausgeschlossen ist der zweite Umweg, mehrere Spiele gleichzeitig laufen zu lassen – dafür sorgt Absatz 10.
Zu beachten ist schließlich der Vorbehalt im Gesetzestext selbst. Absatz 7 räumt der Behörde die Möglichkeit ein, den Betrag zu verändern. Ob, wann und in welche Richtung das geschieht, ist unbekannt; wer dazu eine Zahl nennt, hat sie erfunden.

Was «im Mittel fünf Sekunden» genau begrenzt
Absatz 6 spricht von einem Durchschnitt, und das ist kein Schlupfloch, sondern eine technische Notwendigkeit. Abläufe unterscheiden sich in der Länge; mancher Durchgang ist in Sekundenbruchteilen abgerechnet, mancher dauert länger. Hielte man jede einzelne Runde an die Untergrenze, ließe sich ein Spiel kaum bauen.
Für die Beobachtung heißt das: Eine einzelne schnelle Runde ist kein Verstoß und auch kein Indiz. Wer messen will, zählt eine Serie – etwa dreißig Runden – und teilt die verbrauchte Zeit durch die Zahl der Runden. Erst dieser Wert lässt sich mit der Vorgabe vergleichen, und auch er ist eine Stichprobe und kein Beweis.
Der zweite Halbsatz des Absatzes ist für die Rechnung ebenso wichtig: Das Spiel endet mit der Bekanntgabe des Ergebnisses. Damit ist der Takt definiert – die fünf Sekunden umfassen den Weg bis zum Ergebnis und nicht die Pause danach, in der entschieden wird, ob überhaupt weitergespielt wird.
Gerade diese Pause ist in der Praxis der größere Faktor. Weil nach Absatz 4 jede Runde eine ausdrückliche Erklärung braucht, kommt zwischen zwei Runden immer eine menschliche Entscheidung, und die dauert in der Regel länger als der Mindesttakt. Deshalb liegt die tatsächliche Zahl der Runden in einer Stunde praktisch immer unter dem rechnerischen Höchstwert.
Die Rechnung für eine Stunde
Jetzt die Division, die der Kern dieser Seite ist. Eine Stunde hat 3.600 Sekunden. Dauert eine Runde im Mittel fünf Sekunden, passen 3.600 geteilt durch 5, also 720 Runden in diese Stunde. Liegt der höchste Einsatz je Runde bei einem Euro, ergibt das ein Einsatzvolumen von höchstens 720 Euro je Stunde.
Diese 720 Euro sind der rechnerische Höchstwert und nicht ein Erfahrungswert. Erreicht würde er nur von jemandem, der eine ganze Stunde lang ohne Unterbrechung die höchste Stufe wählt und jede Runde unmittelbar nach dem Ergebnis neu erklärt. In der Praxis liegt der Wert deutlich darunter, weil Entscheidungen Zeit brauchen.
Die Tabelle rechnet dieselbe Division für längere mittlere Dauern durch, weil fünf Sekunden die Untergrenze und nicht der Normalfall sind. Bei acht Sekunden im Mittel sind es 450 Runden und damit höchstens 450 Euro, bei zwölf Sekunden 300 Runden und höchstens 300 Euro. Je langsamer der Takt, desto kleiner beide Zahlen – und zwar im gleichen Verhältnis, weil der Einsatz je Runde fest ist.
Umgekehrt zeigt die Rechnung, was ohne Taktvorgabe geschehen würde. Bei zwei Sekunden im Mittel wären es 1.800 Runden je Stunde; bei einer Sekunde 3.600. Genau an dieser Stelle greift Absatz 6, und genau deshalb ist er die wirksamste der beiden Zahlen – obwohl die Aufmerksamkeit fast immer dem Euro gilt.
Für eine eigene Schätzung genügt eine Zeile: 3.600 geteilt durch die gemessene mittlere Dauer, multipliziert mit dem höchsten Einsatz, den man tatsächlich wählt. Wer nicht die höchste Stufe spielt, setzt seinen eigenen Betrag ein – die Struktur der Rechnung bleibt dieselbe.

Einsatzvolumen ist nicht Verlust
Hier liegt das häufigste Missverständnis dieser ganzen Rechnung, und es verdient einen eigenen Abschnitt. Einsatzvolumen ist die Summe aller Einsätze. Verlust ist die Differenz zwischen dem, was eingesetzt, und dem, was zurückgezahlt wurde. Beides sind verschiedene Größen, und die zweite ist fast immer kleiner als die erste.
Der Grund liegt in der Mechanik: Ein Teil der Einsätze kehrt als Gewinn zurück und wird häufig erneut eingesetzt. Derselbe Euro kann so mehrfach im Einsatzvolumen auftauchen, ohne dass er ein zweites Mal eingezahlt wurde. Wer eine Stunde lang spielt, bewegt deshalb oft ein Vielfaches des Betrags, den er mitgebracht hat.
Wie groß dieser Rückfluss im Mittel ist, sagt die durchschnittliche Auszahlungsquote je eingesetztem Euro, die nach Absatz 3 unmittelbar an der Einsatzstelle stehen muss. Eine Zahl dafür steht auf dieser Seite nicht, weil sie von Spiel zu Spiel verschieden ist und nur dort verbindlich abgelesen werden kann. Wie diese Angabe zu lesen ist und was sie nicht verspricht, behandelt Gewinnplan lesen.
Festhalten lässt sich dennoch die Richtung: Weil Einsatzvolumen und Verlust auseinanderfallen, ist der rechnerische Höchstwert von 720 Euro je Stunde keine Aussage darüber, wie viel Geld eine Stunde kostet. Wer das wissen will, braucht keine Rechnung, sondern den eigenen Kontoauszug.
Die Stunde und das Monatslimit
Neben den Vorgaben am Spiel steht eine Vorgabe am Konto, und sie begrenzt eine ganz andere Größe. Nach § 6c gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, das im Regelfall 1.000 Euro im Monat nicht übersteigt und über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammengerechnet wird. Ein abweichender Betrag ist nur im Einzelfall möglich und setzt eine Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus.
Der Unterschied zur Rechnung dieser Seite ist entscheidend: Begrenzt wird nicht, was eingesetzt, sondern was eingezahlt wird. Diese Zahlen lassen sich deshalb nicht gegeneinander verrechnen. Mit 1.000 Euro eingezahltem Geld kann ein Einsatzvolumen entstehen, das weit darüber liegt, weil zurückgezahlte Beträge erneut eingesetzt werden.
Nützlich ist die Gegenüberstellung trotzdem, und zwar als Größenordnung. Das Monatslimit ist der harte Deckel für den Geldfluss von außen; die Vorgaben am Spiel bestimmen, wie schnell dieses Geld bewegt wird. Beides zusammen ergibt den Rahmen, in dem sich eine Sitzung abspielt. Wie die Instrumente am Konto im Detail funktionieren, beschreibt Schutz und Limits.
Dass dieses Limit auch gerichtlich eingefordert werden kann, zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Memmingen vom 3. Juli 2025 unter dem Aktenzeichen 34 O 1733/24. Ein Anbieter hatte das anbieterübergreifende Monatslimit von 1.000 Euro nicht durchgesetzt, einem Spieler waren übermäßige Verluste entstanden, und es wurde Schadensersatz zugesprochen. Rechtskraft hat das Urteil nicht erlangt; die Berufung ist beim Oberlandesgericht München anhängig.

Die fünf Minuten aus Absatz 9
In dieselbe Rechnung gehört eine Zeitvorgabe, die nicht am Spiel, sondern an der Sitzung hängt. Nach Absatz 9 kann nach der Bestätigung, einen Hinweis zur Kenntnis genommen zu haben, erst nach fünf Minuten weitergespielt werden. Fünf Minuten sind 300 Sekunden, also der Gegenwert von 60 Runden im schnellsten erlaubten Takt.
Rechnerisch bedeutet eine solche Unterbrechung also den Verlust von bis zu 60 möglichen Runden und damit von bis zu 60 Euro möglichem Einsatzvolumen. Tritt sie mehrfach in einer längeren Sitzung auf, verschiebt sie die Obergrenze aus dem vierten Abschnitt deutlich nach unten.
Praktisch lässt sich diese Pause nicht verkürzen. Ein Neuladen der Seite endet in derselben Anzeige, ein anderes Gerät ändert nichts, und ein zweiter Titel desselben Anbieters steht ebenfalls nicht zur Verfügung, weil die Wartezeit am Konto hängt und nicht am Spielfenster.
Wer die Pause zum ersten Mal erlebt, hält sie fast immer für einen Fehler. Sie ist aber der einzige Mechanismus in diesem Paragrafen, der eine laufende Sitzung von außen anhält, statt nur ihre Geschwindigkeit zu begrenzen – und damit der wirksamste Punkt des ganzen Regelwerks.
Was diese Rechnung nicht hergibt
Drei Dinge folgen aus der Division nicht, und sie werden trotzdem regelmäßig daraus abgeleitet.
Keine Prognose für eine Sitzung. Nach Absatz 3 müssen die Gewinnaussichten zufällig und für alle gleich sein. Eine Runde weiß nichts von der vorigen, weshalb sich aus einer Zahl von Runden nichts über den Verlauf ableiten lässt.
Kein Vorteil durch Tempo. Schneller oder langsamer zu spielen verändert die Zahl der Runden und damit das bewegte Volumen, nicht aber die Verteilung in der einzelnen Runde. Wer langsamer spielt, setzt in derselben Zeit weniger ein – das ist alles, und es ist nicht wenig.
Kein System aus Einsatzstufen. Weil der Einsatz je Runde fest begrenzt ist und jede Runde unabhängig abläuft, lässt sich mit einer Abfolge von Stufen kein Vorteil herstellen. Verfahren, die nach Verlusten höhere Beträge fordern, stoßen hier zusätzlich an die Grenze von einem Euro.
Was die Rechnung dagegen leistet: Sie macht aus einer abstrakten Vorschrift eine Zahl, die man sich merken kann. Wer weiß, dass eine Stunde im schnellsten erlaubten Takt bis zu 720 Runden umfasst, versteht die Bedeutung von Absatz 6 besser als jede Erläuterung dazu.
Zum Schluss der Hinweis, der hierher gehört: Erlaubt ist das Spiel um Geld erst ab achtzehn Jahren, und es kann abhängig machen. Anonyme und kostenfreie Beratung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 0800 1 37 27 00. Welche Grenzen sich selbst setzen lassen, steht unter Verantwortungsvolles Spielen. Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
| Mittlere Dauer | Runden je Stunde | Höchstes Einsatzvolumen |
|---|---|---|
| 5 Sekunden | 720 | 720 Euro |
| 6 Sekunden | 600 | 600 Euro |
| 8 Sekunden | 450 | 450 Euro |
| 10 Sekunden | 360 | 360 Euro |
| 12 Sekunden | 300 | 300 Euro |
| 20 Sekunden | 180 | 180 Euro |
| 30 Sekunden | 120 | 120 Euro |
22BET+250 % auf die EinzahlungJetzt spielenRedaktionell nachgeschlagen · Stand 27.10.2026. Rechtliche Angaben folgen dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und den Veröffentlichungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Angaben zu Angeboten einzelner Betreiber geben deren eigene Darstellung wieder.
Fragen zum Spiel
Wie viele Runden passen höchstens in eine Stunde?
Im schnellsten mit Absatz 6 vereinbaren Takt sind es 720, weil 3.600 Sekunden durch fünf Sekunden geteilt diesen Wert ergeben. Praktisch wird er nicht erreicht, weil jede Runde eine eigene Erklärung braucht.
Bedeuten 720 Runden einen Verlust von 720 Euro?
Nein. 720 Euro wären das höchste Einsatzvolumen, nicht der Verlust. Ein Teil der Einsätze kehrt als Gewinn zurück und wird oft erneut gesetzt, weshalb dieselbe Münze mehrfach im Volumen auftaucht.
Begrenzt der Euro meinen Verlust je Stunde?
Er begrenzt nur die einzelne Runde. Aus einem Spiel mit hohem Einsatz wird dadurch ein Spiel mit vielen kleinen Einsätzen, nicht automatisch ein Spiel mit kleinem Risiko.
Darf eine einzelne Runde kürzer als fünf Sekunden sein?
Ja, denn Absatz 6 verlangt einen Durchschnitt. Deshalb ist eine einzelne schnelle Runde kein Verstoß, und für eine Beurteilung muss man eine Serie von Runden messen.
Wie messe ich die mittlere Rundendauer selbst?
Zählen Sie etwa dreißig Runden mit der Uhr und teilen Sie die verbrauchte Zeit durch die Zahl der Runden. Das Ergebnis bleibt eine Stichprobe, reicht aber für eine Einschätzung.
Kann ich den Einsatz in Teilbeträge aufspalten?
Nicht innerhalb derselben Runde, wenn die Summe über einem Euro liegt – das wäre dieselbe Überschreitung in anderer Form. Auch mehrere gleichzeitig laufende Spiele sind ausgeschlossen.
Verhält sich das Monatslimit zu dieser Rechnung?
Nur mittelbar. Die Grenze nach § 6c betrifft Einzahlungen und liegt im Regelfall bei 1.000 Euro monatlich über alle erlaubten Anbieter hinweg, während die Rechnung hier das Einsatzvolumen betrifft.
Wie stark wirkt die Pause nach einem Hinweis?
Fünf Minuten entsprechen 300 Sekunden und damit dem Gegenwert von 60 Runden im schnellsten erlaubten Takt. Verkürzen lässt sie sich nicht, weil sie am Konto und nicht am Spielfenster hängt.
Bringt langsameres Spielen einen Vorteil?
Es verringert das Einsatzvolumen in einer gegebenen Zeit, verändert aber nichts an der einzelnen Runde. Die Gewinnaussichten müssen zufällig und für alle gleich sein, weshalb kein Tempo einen Vorteil verschafft.
Kann sich der Betrag von einem Euro noch ändern?
Absatz 7 erlaubt der zuständigen Behörde ausdrücklich eine Änderung, und der Staatsvertrag von 2021 wird derzeit erstmals gesetzlich evaluiert. Wie das ausgeht, ist offen; eine Zahl dazu wäre erfunden.
Nachgeschlagen am 27.10.2026 · 18+ · Verantwortungsvolles Spielen